RAJA-YOGA

" Alle wollen hinaus. Immer wieder.
Doch das Glück liegt innen, nicht aussen."
Ramana Maharshi


Erläuterungen von Yogi Paramapadma Dhirananda

Rajan heisst König. Raja-Yoga ist der König unter der Yoga-Arten. Den Geiststoff (mit Sinnesbewusstsein, Intelligenz, Ego und spirituellem Herzen) durch die fünf höheren Stufen des Ashtanga-Yoga vollständig zu kontrollieren und dadurch mit dem universellen Bewusstsein zu verschmelzen ist das Ziel von Raja-Yoga. Die höheren fünf Stufen des achtstufigen Weges sind:

  • Pranayama - das Speichern der Lebensenergie Prana
  • Pratyahara - das Zurückziehen des Sinnesbewusstseins
  • Dharana - Konzentration
  • Dhyana - Meditation
  • Samadhi  - Trance des Erkennens

Pranayama = Das Speichern der Lebensenergie

Der Atem ist der äussere Ausdruck von Prana. Das Wort Prana bedeutet weder Sauerstoff noch Atem, sondern es ist die kosmische Lebensenergie, welche überall existiert. Ayama bedeutet ›zurückhalten‹; Pranayama ist das Zurückhalten oder Speichern der Lebensenergie. Dies kann unter anderem durch die richtige Art des Atmens erreicht werden. (...) Prana existiert im physischen wie im geistigen Körper. Prana reguliert die Gedanken, pulsiert in den Nerven, vibriert im Herz, im ganzen Körper sowie im ganzen Universum. Ein Yogi versucht, das ganze kosmische Prana zu verwirklichen.

 

Pratyahara = das Zurückziehen des Sinnesbewusstseins

Durch Pranayama-Übungen ist es möglich, den Geist durch Luft (Atem) zu kontrollieren. Dadurch bekommt man automatisch auch die Sinne unter Kontrolle und kann sie entsprechend zurückzuziehen und von den äusseren Dingen bewusst fernhalten - dies bringt vermehrte geistige Ruhe und Losgelöstsein.

 

Dharana = Konzentration

Dharana ist das das Fixieren des gesamten Geiststoffes auf eine Stelle.

 


Dhyana = Meditation
Im Zustand von Dhyana ist die Wahrnehmung ununterbrochen auf einen Ort gerichtet.
Meditation ist ein Heilmittel, durch das körperliche und geistige Ermüdung beseitigt wird. Die göttliche Schwingung der Meditation durchdringt alle Zellen, Nerven, Gewebe, Muskeln, Venen, Arterien und heilt alle Krankheiten. Die spirituelle Energie fliesst wie ein Strom vom Kopf bis zu den Füssen und eine bemerkenswerte Übereinstimmung und Harmonie wird in allen Körpersystemen hergestellt. Das Nerven-System, das Atmungs-System, das Kreislauf-System, das Verdauungs-System, das innere und äussere Drüsen-System, die Fortpflanzungsorgane und der Knochenbau werden angeregt und in göttlicher Energie gebadet. Neue Zellen und Kanäle bilden sich, und verbrauchte Zellen werden regeneriert. Das Herz kann sich während der Meditation ausruhen.

 Wie man für den Körper Nahrung braucht, so braucht man auch Nahrung für den Geist. Meditation gibt dem Geist täglich Nahrung. Der göttliche Schöpfer, der alle Dinge bewirkt, ernährt den Geist durch die Meditation und sorgt durch die Meditation dafür, dass der ganze psychische Mechanismus harmonisch arbeitet. Meditation ist das einzige Mittel, um einen ausgewogenen Geisteszustand und Urteils- und Entscheidungskraft zu erreichen. Sie stärkt das Gedächtnis und die Willenskraft. Sie gibt ewigen Segen, Einheit, Frieden, Reinheit, Vollendung, Freude, Glück, Zufriedenheit, Geduld, Liebe, Sympathie, Zuneigung, Zusammenarbeit, Freundschaft, Vergebung, Harmonie, Barmherzigkeit, Freundlichkeit und Unsterblichkeit. Meditation schenkt die Vision der Einheit mit ATMA (Seele) und gewährt Selbstverwirklichung.



Samadhi
= Trance des Erkennens / Erleuchtung

Die Yogaschrift Dattatreya Samhita beschreibt diesen Zustand wie folgt: "Die Ausgewogenheit bzw. das Gleichgewicht von individueller und allumfassender göttlicher Seele ist Samadhi."


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